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mini-umstadt meets Kinderstadt Obertshausen
mini-umstadt ist zwar schon seit über einer Woche vorbei, aber während die einen schon den wohlverdienten Urlaub genießen wird Kinderarbeit woanders noch ganz groß geschrieben - und zwar in der Kinderstadt Obertshausen, mit der mini-umstadt seit 2005 verschwistert ist. Auch hier sind Kinder an der Macht wie in mini-umstadt, aber trotzdem ist so manches ein bisschen anders. Carsten, Stephie und Dani haben sich heute als mini-umstadt-Delegation auf den Weg nach Obertshausen gemacht, um zu schauen, wie eine andere Kinderstadt denn so aussieht und funktioniert … .
„Kinderstadt Obertshausen“ verkündet das große, gelbe Stadtschild vor dem Eingang zur Spielstadt – genau hier sind wir richtig. Vorbei am Einwohnermeldeamt, dass - ganz wie in der Realität - um 11 Uhr vormittags nicht mehr besetzt ist, werden wir direkt in das Touristenbüro geleitet. Wie in mini-umstadt ist der Zutritt zur Spielstadt eigentlich nur Kindern erlaubt, als Erwachsener darf man die Stadt nur besichtigen, wenn man sich für 1 Euro einen Stadtführer mietet. Wir haben Glück und müssen keinen Euro berappen, denn wir haben Geschenke aus mini-umstadt im Gepäck – da drücken die Touriführer schon mal beide Augen zu. Die erste Hürde ist also genommen und wir mitten im Reich der Kinder.
Zwei reizende Stadtführerinnen zeigen uns die Kinderstadt, die übrigens drei Wochen dauert. „Das hier ist unsere Lohnstelle, da bekommen die Kinder ihren Lohn ausgezahlt“. Gegenüber ist die Bank, nebenan das Arbeitsamt. Fast so wie bei uns. Anders ist aber, dass es hier keine UDOs sondern OBIs gibt und dass die Kinder an der Lohnstelle das komplette Gehalt bekommen und ihre Steuern selber an das Finanzamt zahlen müssen; Steuerhinterzieher gäbe es aber trotzdem nicht so oft, meinen die Stadtführerinnen, die uns etwas ungeduldig weiterlotsen.
Im Hickelschritt nach draußen
Anders als mini-umstadt findet die Kinderstadt Obertshausen nicht in einer Schule statt, sondern in einer städtischen Turnhalle und auf einer großen Wiese dahinter. Die einzelnen Betriebe sind also nicht in Klassenräumen, sondern es gibt bunt gestaltete Holzkulissen mit Türen und Fenstern. Von außen sehen die richtig toll aus, von innen nicht immer :o( Auf das Außengelände kommt man über eine kleine "Brücke" – der Ein- und Ausgangsverkehr wird über ein Ampelsystem gesteuert. Leuchtet die Ampel grün heißt es los-hickeln! Klingt komisch, ist aber so! Denn heute ist der Kaiser „Takobi“ an der Macht, der lauter komische Sachen von den Kindern verlangt: zum Beispiel haben alle eine schwarze Raute auf ihre Stirn bekommen und sind jetzt Takobis verwunschene Untertanen … das ist ja ganz schön „cronk“ denken wir augenzwinkernd.
Alle Bilder aus der Kinderstadt gibt es hier
Das Außengelände der Kinderstadt erinnert an eine kleine Zeltstadt. In rund zehn großen Zelten sind hier vor allem die Produktionsbetriebe angesiedelt. Fast wie bei uns gibt es eine Bäckerei, Näherei, Gärtnerei, Schreinerei, eine Produktion für grobes und feines sowie eine Werkstatt wo Fahrräder, GoKarts und Seifenkisten gebaut und repariert werden. Wer die dann als Taxiunternehmer fahren will, kann in der Uni nebenan einen Führerschein machen. Und was passiert wenn’s regnet, fragen wir neugierig die Mädels von der Tourismusbehörde – die Antwort klingt rundum überzeugend: „Es hat erst einmal geregnet“.
Um 6 Uhr warten die ersten
Wieder in die Halle reingehoppelt - zwischendurch von Takeshi äh Takobis schmierigen Kumpanen über den Haufen gerannt – werden wir dem Bürgermeister und der ersten Stadträtin vorgestellt. Zusammen mit dem Richter und Stadtsanwalt wird das städtische Treiben aus der Trainerkabine der Turnhalle gelenkt. Wir überreichen unsere Geschenke (Urkunde, T-Shirt, UDOs, uvm.), der Bürgermeister bedankt sich und lässt Grüße an seinen Amtskollegen ausrichten. Beschlüsse werden hier übrigens nur von den beiden obersten Politikern verabschiede - ein Parlament aus Stadträten, die Entscheidungen gemeinsam treffen, gibt es in der Kinderstadt nicht.
Wie findet ihr die Kinderstadt? Diskutiert im Forum!
Wie bei uns gibt es jeden Tag eine Bürgerversammlung. Die beginnt jeden Tag mit den wichtigsten Verkündungen aus dem Rathaus und endet mit der Nachrichtenschau von „Fox-TV“. Um 16 Uhr ist die Kinderstadt wie bei uns zu ende, allerdings fangen die Kinder schon um 9 Uhr an zu arbeiten. Morgens gibt es keinen Einlass wie bei uns, sondern es bildet sich eine lange Schlange vor dem Einwohnermeldeamt. Kaum zu glauben, aber manche Kinder warten schon ab 6 Uhr, um auch sicher einen Arbeitsplatz zu bekommen!
Mit einem geschmackvollen Mittagessen geht unser Ausflug in der Kinderstadt Obertshausen zu ende. Uns hat es auf alle Fälle gut gefallen, trotzdem müssen wir natürlich sagen, dass mini-umstadt ein klein bisschen besser ist – tut uns Leid mini-Obertshäuser, aber nichts anderes habt ihr vor zwei Jahren über unsere Stadt gesagt.
Hier geht's zur Internetseite von der Kinderstadt
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